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Segelflug mit Hochstarthilfen

Handstart, Hochstart oder E-Motor?

Die Platzordnung der LSG Rissen für das wunderschön gelegene Modellfluggelände im Hamburger Klövensteen erlaubt Segelflugmodelle, auch Flächenmodelle mit Elektromotor.

Verbrennungsmotoren, Helikopter und Multikopter sind nicht zugelassen. Wer mit Modellen schwerer als 5 kg (Abfluggewicht) fliegen möchte, braucht die Zustimmung des Vorstands. Wie auch immer: Ein Thermiksegler muss zunächst auf Höhe kommen, um thermische Aufwinde nutzen zu können.

-Handstart:

Die einfachste Methode dafür ist der Handstart. Scheinbar: Der seit etwa 2010 gebräuchliche Diskus-Schleuderstart ist eine athletische Übung, mit der man nie zufrieden, nie zu Ende ist. Immer lässt sich etwas verbessern. Wichtig ist die Trimmung der leichten (wenig über 200 g wiegenden) Modelle über den RC-Sender.

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-Klassischer Hochstart:

Für den klassischen Hochstart gibt es zwei Methoden. Die erste verbindet ein Hochstartseil von 100 m Länge mit einem 15 m langen Spezialgummi. Das Seil wird verankert, das Rundgummi wird ausgezogen, wie mit einem Bungee lässt sich das Modell steil in den Himmel schießen. Oben fällt das Seil aus dem offenen Hochstarthaken und das antriebslose Modell segelt frei. Die Methode passt für Segelflugmodelle bis etwa 1500 g.

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Die elektrische Winde

Übersicht der Hochstarttechniken

-Elektro-Motorwinde:

Die zweite Methode verlangt einen Elektroantrieb: Motorwinde. In den 90er Jahren gehörte sie zum normalen Flugbetrieb. Eine schwergewichtige Autobatterie trieb eine Winde mit Fußschalter; die elastische, bis zu 400 m lange Leine lief über eine Umlenkrolle weit draußen in der Wiese. Modelle bis zu 5 kg lassen sich so auf Höhe bringen. Die Winde ist noch da, doch hat sie lange niemand mehr benutzt.

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-Elektroantrieb im Modell:

An die Stelle der Motorwinde trat der Elektromotor im Modell selbst. Denn als um das Jahr 2000 herum bürstenlose Drehstrommotoren zunächst mit NiCd-, dann mit leichten und leistungsfähigen LiPo-Akkus erschwinglich wurden, hat sich der Modellflug komplett verändert. Aus klassischen Segelflugmodellen wurden Segler mit Elektroantrieb, die aus der Hand gestartet im Nu die Ausgangshöhe für die Thermiksuche erreichen und sich auch gegen den Wind sicher zum Landeplatz zurückbringen lassen. Ob das Modell 100 g wiegt oder 10 kg – es gibt einen passenden Antrieb, der sich an Stelle des sonst nötigen Nasenballasts einbauen lässt, sogar noch nachträglich.

-Windenstart für Schüler der Jugendgruppe:

Und doch behält der Windenstart seinen eigenen Charme, weil das Modell völlig lautlos beinahe senkrecht in den Himmel steigt – wunderbar anzuschauen. Das geht mit dem Bungee-Seil, doch dieses verzeiht keinen Fehler. Ein einmal frei gegebenes Modell ist der Kraft des Gummis ausgeliefert; stimmt etwas nicht am Modell, wird es über den Boden geschleift und irreparabel zerstört. Eine Lösung für Modelle bis 500 g ist darum eine selbst gebaute kleine Winde, die nicht durch Fußschalter, sondern durch die RC-Steuerung gestartet und jederzeit gebremst werden kann. Sie braucht keine Umlenkung und bringt Modelle bis etwa 500 g auf über 100 m Höhe – ideal für Schüler mit dem Segelflugmodell „Klöve“.

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Übersicht der Hochstarttechniken

-Elektroantrieb:

Der Segler hat einen Elektromotor und Akku eingebaut, wird zum Start geworfen und steigt selber, bis man den Motor abstellt und segelt.


-Windenstart:

eine elektrisch getriebene Seiltrommel wickelt ein langes Seil, an dessen Ende der Segler eingehängt, ist zügig auf und zieht diesen hoch.


-Gummischlauch mit Nylonseil:

die körperlich gesündere Variante des Windenstarts- man muß das Gummiseil selber mehrere zig Meter stramm ausziehen und darf zuliebe des Modells und der eigenen Nerven nicht zu früh loslassen.


-Ironman- Variante:

hier ziehen 1-2 athletische Herren eine Umlenkrolle über das Seil, das mit einem Hering im Boden verankert ist, und an dessen anderem Ende der Segler hängt. Sie werden überzeugt worden sein: Trinken ist soooo wichtig... hier trennt sich Stahl von Eisen. Hier kann man den letzten ungläubigen Athleten vom Modellsport überzeugen.


- Flitsche:

ein Gummiseilkatapult- der Segler wird eingehängt, mit dem Gummiseil stramm gezogen und an einer Auslösevorrichtung auf einer Art Schiene arretiert. Über ein z.B. Pedal wird der Segler freigegeben und abgeschossen, das Gummiseil löst sich nach Entspannung selbst vom Modell-hoffentlich …

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Flugzeug- Schlepp:

Der Segler wird an einem relativ kurzen Seil hinter einem Motorflugzeug gezogen. Bei Erreichen der gewünschten Höhe klinkt der Segler aus.